Ich möchte das Feld der Unbewußtheit mit dir pflügen

Gemeinsam entscheiden wir, wohin wir gehen
und wann wir eine Pause einlegen
Gemeinsam halten wir den Griff des Pfluges und bestimmen,
wie tief er gehen soll.

Wahrscheinlich werden wir auf Steine stossen,
von deren Existenz wir nicht einmal wußten,
Steine, die seit Jahren – vielleicht sogar für mehrere Leben –
sich danach gesehnt haben, gefunden zu werden.

Die Berge, auf die wir uns vielleicht gefreut haben,
könnten evtl. nur Knochen und Skelette bergen –
während die Sümpfe, vor denen wir uns so gefürchtet haben,
Gold und Edelsteine enthalten könnten. –
Und wir werden herausfinden, dass die Angst vor dem,
was da entdeckt werden möchte,
nur die reine Erwartung ist von etwas, das noch nicht passiert ist
- - - und vielleicht niemals passieren wird.

Etwas zu erwarten, was vor uns liegt, wird vergebens sein –
im jetzigen Augenblick zu bleiben befähigt uns, zu tun, was benötigt wird
– in dem Moment, in dem es geschieht.

In der unerträglichen Hitze der Sonne,
in der klirrenden Kälte,
in stürmischen Winden, die uns schier hinweg fegen,
ist die Hand, die einen Moment als die schwache erscheinen mag diejenige, die wenige Augenblicke später uns herauszieht,
wenn wir nahe daran sind, aufzugeben.

Es wird Tränen und Lachen geben, Angst und Glückseligkeit,
doch Pausen mit einem Lächeln auf unseren Lippen,
weil wir endlich etwas tun, das Sinn macht.
Wir werden abends erschöpft nachhause kommen,
doch mit Dankbarkeit in unserer Brust.

Wir werden dein Feld pflügen – wir werden meines pflügen
– und doch pflügen wir Felder, die auf derselben Erde liegen. –
Wir werden erkennen, dass es die LIEBE ist, die den Pflug schmiert
und die seiner Spitze auch den härtesten Boden zu durchpflügen erlaubt.

Wir werden aufdecken, was sich unter der Oberfläche befindet,
damit wir letztlich wahrhaft dem Boden vertrauen, auf dem wir stehen –

und darin endlich den Frieden finden,
in dem es möglich wird,
den Duft der Blumen zu geniessen,
den der Wind herbei trägt –


- i n .g e n a u .d i e s e m .A u g e n b l i c k -

Peter Vestergaard-Poulsen